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Erwerbs -und Obdachlose

Wer genau als „asozial“ galt, dafür gab es im Dritten Reich keine genaue Definition. Die Kategorie galt für jene, die eben nicht in die nationalsozialistische Weltsicht passten und wandelte sich ganz nach den Bedürfnissen des Regimes.

„Man hat ab 1933 mehrere sogenannte Bettlerrazzien gemacht, das heißt zum einen, der größte Teil wahrscheinlich der sogenannten Asozialen setzt sich aus einem Kreis von Wohlfahrtsempfängern, Alkoholikern auch, Menschen, die am Rande der Gesellschaft sozial leben, zusammen, und das ist der Beginn der Asozialenverfolgung 1933. Das verändert sich aber sehr stark.“ [Auszug DLF]

Erst in diesem Jahr, 75 Jahre nach der Befreiung, erkannte der Deutsche Bundestag die Opfergruppe der sogenannten Asozialen an. Darunter fielen unter anderem obdach- und erwerbslose Menschen. Wir möchten an diese Opfergruppe erinnern und auf die damalige Verfolgung und Vernichtung aufmerksam machen.

Auch heute gibt es vermehrt Angriffe auf wohnungslose Menschen - die Beleidigungen "Assi" oder "Asozial" oft ein Standard im heutigen Sprachgebrauch. Deswegen #niewieder

Biografie von F. 

F. ist ein arbeitsscheuer Mensch. Er zieht planlos im Land umher und lebt vom Betteln. Einer geregelten Arbeit ist er bisher noch nie nachgegangen. Die Allgemeinheit muss vor ihm geschützt werden." So lautete die vollständige Begründung der Kriminalpolizeistelle Kassel im Haftbefehl gegen einen 27-jährigen Bettler im Juni 1938. Die vier knappen Sätze waren ein Todesurteil. F. starb drei Jahre später im Konzentrationslager Gusen, einem Nebenlager von Mauthausen. Weiterlesen...

Gewalt gegen Obdachlose

[AntifaInfoBlatt]

Obdachlose werden nicht zufällig Opfer rechter Übergriffe. Die Motivation der Täter gründet sich auf strikte Ablehnung von vermeintlich leistungsunwilligen oder leistungsunfähigen Menschen. Damit bewegen sich die Rechtsextremen im Fahrwasser der Vertreibungspraxis von sozialen Randgruppen.

Offizielle Statistiken über Angriffe auf Obdachlose gibt es bisher nicht. Die Betroffenen müssen sich daher selbst bemühen. Die Berliner Obdachlosenzeitung »motz« veröffentlichte im Herbst vergangenen Jahres eine Chronologie. Demnach gab es 374 Übergriffe allein zwischen 1989 und 1993. Auch in den folgenden Jahren nahm die Gewalt nicht ab. 276 Angriffe zählt die Chronik zwischen 1997 und 1999. Weiterlesen...